Verkehrskadetten Nordwestschweiz
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Verkehrskunde (Verkehrsdienst theoretisch)

In diesem Bereich werden elementare Bereiche des Strassenverkehrsrechts geschult, u.a. Vortrittsrecht, kennenlernen der Schilder und Markierungen, besondere Rechte des Verkehrskadetten im Strassenverkehr. Diese Ausbildung reicht in der Regel, um die Prüfung für den Mofaführerschein zu bestehen.

Verkehrsregelung (Verkehrsdienst praktisch)

Unsere Hauptaufgabe ist die Verkehrsregelung, also die Zeichengebung. Diese wird an jedem Einsatz benötigt und ist somit unser wichtigster Ausbildungsbereich. Neue Mitglieder erlernen die Zeichengebung zuerst "trocken", also ohne wirklichen Verkehr in einem Schulungsraum. Ein erster grosser Schritt, vor dem die meisten etwas Angst haben, aber alle gut meistern, ist erreicht, wenn das 1. Mal auf einer Kreuzung der Verkehr geregelt wird. An allen unseren Verkehrsdienstübungen wird auf grossen Kreuzungen gewunken, die Ampeln werden dazu ausgeschaltet. Zu Beginn wird auf einer 3-Arm-Kreuzung gewunken (Verzweigung in 3 Richtungen), später auch auf 4- oder 5-Arm-Kreuzungen mit Tram und Bus. Es ist jeweils schön anzusehen, wenn wieder ein Aspirant erfolgreich das erste Mal gewunken hat und dann jeweils stolz und glücklich ist. Für unsere Übungen sind uns nur die anspruchsvollsten Kreuzungen gut genug. Einige unserer Übungskreuzungen für den regionalen Kenner: Sissach Sonne, Liestal Kantonalbank, Frenkendorf McDonalds, Pratteln Strübin, Muttenz Rennbahn, Augst Busstation, Bottmingen Schloss, Oberwil Denner, Therwil Gemeinde, Reinach Denner, Aesch Süd und viele mehr. Doch der zunehmende Kreiselbau nimmt uns leider immer mehr Kreuzungen obwohl der Kreisverkehr nicht die Lösung aller Probleme sein kann.

Parkplatzmanagement

Parkplatzmanagement: Dies tönt sehr einfach - bis man das erste Mal auf einem 5 000 Quadratmeter grossen Feld steht. Und das ist dann erst noch ein eher kleiner Parkplatz. Häufig stehen uns nicht ideale Bedingungen zur Verfügung: An grossen Einsätzen wird meist auf Kiesplätzen oder Wiesen parkiert: Ein- und Ausfahrten müssen geplant, erstellt und freigehalten werden, die Autos müssen möglichst platzsparend parkiert werden und es muss immer darauf geachtet werden, dass jeder Autofahrer jederzeit wieder herausfahren kann. Häufig aber steht uns kein grosses Feld zur Verfügung, sondern viele kleine Plätze. Da geht es dann darum, jeden Zentimeter optimal auszunutzen, ein Verkehrsleitschema zu den Parkplätzen zu entwickeln und rechtzeitig zu reagieren, wenn ein Parkplatz voll ist. Die grösste Herausforderung besteht darin, wenn die Parkplätze nicht ausreichen und auf den Strassen parkiert werden und ein Einbahnkonzept für den Durchgangsverkehr erstellt werden muss. Diese Aufgabe ist also einiges schwieriger als gedacht: Aspiranten erlernen deswegen lediglich das korrekte Einparken, erfahrene Verkehrskadetten erlernen die Organisation bei Grossparkplätzen und das Kader darf sich schliesslich an den Knacknüssen die Zähne ausbeissen.

Funken (Übermittlungsdienst)

Für einen effektiven Einsatz ist es unumgänglich, dass die Kommunikation funktioniert. Aufgrund der Distanzen am Einsatz ist Rufen schlicht unmöglich. Und dort wo es theoretisch möglich wäre, ist es in der Regel störend. Von daher werden an praktisch all unseren Einsätzen Funkgeräte benutzt, wobei jeder Posten mit einem modernen Handfunkgerät ausgerüstet wird. Auch unsere Busse verfügen über moderne, leistungsstarke Funkgeräte. Mit unseren Funkgeräten können wir auf eigener Frequenz Distanzen von bis zu 5 km überbrücken, bei optimalen Bedingungen noch weiter. Doch der Umgang mit Funkgeräten, insbesondere das korrekte Sprechen, will gelernt sein. Diese sogenannte Funkdisziplin wird erlernt mit speziellen Redewendungen, dem internationalen Buchstabieralphabet und weiteren Verhaltensweisen.

Nothilfe (Sanitätsdienst)

Der Verkehr ist nicht ungefährlich. An Einsätzen ereignen sich manchmal auch kleinere oder grössere Unfälle. Auch wenn in der Nähe etwas passiert, sind wir aufgrund unserer Uniform die ersten Ansprechpartner. Aus diesem Grund messen wir dem Sanitätsdienst, also der Ersten Hilfe und den lebensrettenden Sofortmassnahmen, einen grossen Stellenwert bei. In der Grundausbildung bieten wir in Zusammenarbeit mit lokalen Samaritervereinen den Nothelferkurs gratis an. Erlernt wird im Nothelferkurs u.a. das korrekte Verhalten bei einem Unfall, das Alarmieren, die Patientenbeurteilung und die lebensrettenden Sofortmassnahmen wie Lagerungen, Druckverband oder Beatmen. Eigene Ausbilder und externe Experten sorgen dafür, dass das Wissen auch als Verkehrskadett immer präsent ist und im Notfall sofort angewendet werden kann. Das Wissen wird auch vertieft mit zusätzlichen Ausbildungen wie Herz-Lungen-Reanimation oder schonendes Transportieren. Das Kader besucht den Militär-Sanitäts-Kurs, allen Mitgliedern wird der Besuch eines Rettungsschwimmerkurses (SLRG) angeboten. Bei der gesamten Sanitätsdienstausbildung hoffen wir, unser Wissen nie anwenden zu müssen, doch wenn es nötig wird, wollen wir optimal vorbereitet sein.

Kartenkunde (Geländedienst)

An Einsätzen und speziellen Übungen ist es notwendig, sich nach Karten, Ortsplänen und speziellen Plan- und Situationsskizzen orientieren zu können. Zum Beispiel muss die Umleitung einem Autofahrer erklärt werden. Oder aber man muss an einen neuen Posten verschieben. Oder aber die Anweisungen für die Arbeit an einem Posten werden mit Skizzen verdeutlicht. Deswegen erlernen unsere Mitglieder den korrekten Umgang mit der Landeskarte (Signaturen, punktgenaue Ortsbestimmung mittels Koordinaten), das Lesen und Erstellen eigener Skizzen (sogenannte Krokis) sowie den Umgang mit dem Kompass. Darüber hinaus sollte sich anschliessend auch in den Ferien kein Verkehrskadett mehr verirren. Übrigens: Jedes Jahr treffen sich die einzelnen Schweizer Verkehrskadettenabteilungen am Nachtmarsch zum spielerischen Wettkampf – Ehrensache, dass wir vorne mit dabei sind.

Vereinskunde

Die Verkehrskadetten Nordwestschweiz haben zwar einen hierarchischen Aufbau um effektiv zu arbeiten, ansonsten aber steht die Kameradschaft im Vordergrund. Unsere Mitglieder haben ein grosses Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht: Direkt an der Generalversammlung oder durch die Wahl des Vorstandes. Auch im alltäglichen Vereinsleben steht das Kader und der Vorstand den Verkehrskadetten zur Verfügung. Aus diesem Grund werden in der Vereinskunde die Mitspracherechte erläutert, wie auch der Dienstweg und die zuständigen Personen erklärt. Auch sollen die Vereinsideale vermittelt werden.